Yogastile – Bhakti-Yoga

Bhakti-Yoga gilt im Hinduismus als spirituelle Praxis der liebenden Hingabe an Gott, genannt Bhakti. Traditionell gibt es neun Formen des Bhakti-Yoga. Hindu-Bewegungen, in denen Bhakti-Yoga die Hauptpraxis ist, werden Bhakti-Bewegungen genannt. Bhakti-Yoga wird generell als der einfachste der vier allgemeinen Pfade zur Erlösung (Moksha) betrachtet (die anderen sind Karma, Raja und Jnana Yoga). In Schriften wie der Bhagavata Purana wird Bhakti als Stufe der Vollkommenheit beschrieben, die sogar Moksha in ihrem Grad spiritueller Erkenntnis übertrifft.

Die Bhakti-Philosophie

Bhakti ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bezeichnet die selige, selbstlose und überwältigende Liebe Gottes als geliebten Vater, Mutter, Kind oder Freund, je nachdem, welche Beziehung der Verehrer zu Gott hat, bzw. welchen persönlichen Aspekt Gott in dessen Herzen einnimmt. Bhakti vereint eine Reihe universeller Prinzipien, die auch in anderen Weltreligionen üblich sind.Das „Bhakti-rasamrita-sindhu“ (geschrieben von Rupa Gosvami) nennt die folgenden neun Hauptaktivitäten des Bhakti. Wird allen Folge geleistet oder nur eine der Aktivitäten perfektioniert, kann der ehrgeizige Verehrer die reine Liebe Gottes erlangen:

1.    Den Namen des Herren singen (Japa) und Texte aus der Heiligen Schrift anhören
2.    Den Herren lobpreisen
3.    Bewusst über den Herren nachdenken und meditieren
4.    Dem Herren in physischer Form dienen
5.    Den Herren verehren
6.    Den Herren anbeten
7.    Dem Herren dienen und Freude bereiten, beispielsweise durch predigen
8.    Eine innige Beziehung zum Herren aufbauen
9.    Dem Herren die Kontrolle über alles überlassen

Diese neun Prinzipien sollen dem Verehrer helfen, stets mit Gott in Kontakt zu sein. Japa und innere Meditation sind als Anbetungsform in den meisten Bhakti-Schulen besonders populär. Bhakti wird als ein Yoga-Pfad beschrieben, dessen Ziel eine heilige, liebende Verbindung mit dem Höchsten Herren ist. Die genaue Form Gottes oder die Art der Verbindung variieren zwischen den verschiedenen Schulen, aber grundsätzlich sind die Abläufe sehr ähnlich.

Die Bhagavad Gita

Die Bhagavad Gita ist eine lange Liste philosophischer und religiöser Verse und wird als Grundpfeiler der Thesen des Bhakti-Hinduismus gesehen, besonders im Vishnuismus. Dennoch wird sie von vielen als Handbuch verstanden, das sich nicht nur auf die Anhänger von Krishna beschränkt. Was auch immer der Fall sein mag, so ist es unumstößlich, dass – um in Krishnas Worten zu sprechen – Liebe und die unschuldige, reine Absicht das stärkste Motiv im spirituellen Leben des Anhängers sein muss.

Die Zweige des Bhakti-Yoga

Die verschiedenen Bhakti-Bewegungen sind monotheistisch in ihrer Zielsetzung und dienen in erster Linie dazu, entweder Vishnu oder Shiva als Höchsten Gott zu verehren, oder aber die Urkraft des Universums, bekannt als Shakti. Diese Bewegungen revitalisierten den Hinduismus durch ihren intensiven Ausdruck des Glaubens und der Verantwortung gegenüber der emotionalen und philosophischen Bedürfnisse Indiens, dargestellt durch den Tanzstil Bharatanatyam. Richtigerweise kann gesagt werden, dass sie die größte Veränderung in hinduistischen Gebeten und Ritualen seit der Ankunft von Adi Shankaracharya bewirkt haben. Bhakti-Bewegungen gab es die gesamte indische Geschichte hindurch.
Philosophische Lehren veränderten die Denkweise der Menschen, aber Bhakti war allen unmittelbar zugänglich, da es die Liebe, eine instinktive Emotion, anspricht und sie auf Gott lenkt. Als liberale Bewegung prangerte Bhakti das Kastenwesen an. Von Befürwortern der Kasten wurde die Botschaft des Bhakti von Toleranz und Liebe oft missachtet.
Bhakti brachte eine Vielzahl an Andachtsliteratur, Musik, Tänzen und Kunst hervor, was die Welt bereicherte und Indien neuen spirituellen Antrieb verschaffte.

Berühmte Vertreter des Bhakti-Yoga

- Caitanya Mahaprabhu

- Madhvacharya

- Narada Muni

- Ramanuja

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